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Dänische Düsternis: Josefine Klougart ist achte Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessorin

Medienmitteilung
7.7.2017

Die „Friedrich Dürrenmatt Gastprofessur für Weltliteratur“ an der Universität Bern übernimmt im Herbstsemester 2017 die dänische Schriftstellerin Josefine Klougart. Sie bietet ein wöchentliches Seminar über Düsternis in der Literatur an.

Josefine Klougart ist eine der vielversprechendsten und produktivsten jungen Autorinnen Skandinaviens und bereits jetzt eine der gefragtesten literarischen Stimmen ihrer Generation. Geboren 1985 in Dänemark, lebt Klougart heute in Kopenhagen. Sie studierte Literatur und Kunstgeschichte in Aarhus und besuchte die Danish Writer's School in Kopenhagen, die sie 2010 abschloss. Im gleichen Jahr veröffentlichte sie ihren Debütroman „Stigninger og fald (engl. Rise and Fall), der mit dem Danish Royal Prize for Culture ausgezeichnet und für den Nordic Council Literature Prize nominiert wurde.

Seither hat Josefine Klougart vier weitere Romane veröffentlicht: 2011 erschien „Hallerne“ (engl. The Halls) und ein Jahr später „Én af os sover“ (engl. One of Us is Sleeping), für den sie – neben weiteren Nominierungen – erneut für den Nordic Council Literature Prize vorgeschlagen wurde. 2013 folgte „Om mørke“ (engl. On Darkness) und 2016 schliesslich „New Forest“. Josefine Klougarts Werke sind ins Englische, Französische, Italienische und Türkische übersetzt und in acht Ländern publiziert worden.

Durch Essays und Interviews in Print und Rundfunk, etwa zu dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik, hat Klougart eine breite internationale Medienpräsenz nicht nur in ganz Skandinavien, sondern auch in Frankreich, Kroatien, der Türkei und den USA erlangt. Zurzeit arbeitet sie in einem Kunstprojekt zusammen mit dem isländisch-dänischen Künstler Olafur Eliasson.

Von September bis Dezember 2017 wird Josefine Klougart an der Universität Bern zu Gast sein und ein wöchentliches Seminar mit dem Titel „Darkness: On literature as a way to accelerate the thought“ anbieten. Beim Lesen geht es nicht in erster Linie darum, sich selbst in der Lektüre wiederzuerkennen, so die Hypothese des Kurses, sondern im Gegenteil darum, durch die Auseinandersetzung mit Literatur neue Denkweisen auszuprobieren. Das Motiv der Dunkelheit oder Düsternis, dem Klougart in eigenen sowie in Werken von Nabokov, Herta Müller und Lars von Trier nachgehen möchte, stelle dabei den Sinn und Zweck von Poesie und Fiktion grundsätzlich in Frage. Abgerundet wird die Lehrveranstaltung mit Schreib-Experimenten und Gastvorträgen des Journalisten Lars Borking und des Verlegers Jakob Sandvad aus Dänemark.

Mehr Informationen

Öffentliche Auftaktveranstaltung: 25. Oktober 2017, Zeit: 18.30 Uhr
Hallersaal, Burgerbibliothek Bern, Münstergasse 63

Projektpartner

Das Walter Benjamin Kolleg bündelt Forschungsaktivitäten der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern. In inter- und transdisziplinären Projekten arbeiten Doktorierende, Junior Fellows und andere Nachwuchsforschende an Grundfragen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Das Kolleg gibt dabei den Rahmen für kreative Lösungen beim Umgang mit Problemen, die uns alle angehen. 

Kontakt

Universität Bern
Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik
Oliver Lubrich
+41 31 631 83 09
oliver.lubrich@germ.unibe.ch

Stiftung Mercator Schweiz
Olivia Höhener
Projektmanagerin
+41 44 206 55 86
o.hoehener@stiftung-mercator.ch 

Projekt

Friedrich Dürrenmatt Gastprofessur für Weltliteratur


Themenbereich

Verständigung

Handlungsfeld

Internationale Zusammenarbeit

Projektpartner

Universität Bern, Walter Benjamin Kolleg

Förderbetrag

CHF 435'000

Förderlaufzeit

2014-2018