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Bedeutung der Solidarökonomie für die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Europa früher und heute

Ist die Verbindung von Solidarökonomie mit Biolandbau eine mögliche Strategie für einen nachhaltigeren Ernährungssektor? Forschende suchen nach Antworten.

Der biologische Landbau gilt als ein vielversprechender Ansatz, um die Ernährungssysteme in Industriegesellschaften nachhaltiger zu gestalten. Obwohl das ökologische Potenzial des biologischen Landbaus in der Öffentlichkeit immer mehr anerkannt wird, bleibt seine Bedeutung weit hinter seinen Potenzialen zurück. Um einen nachhaltigen Entwicklungspfad im Ernährungssektor zu gehen, könnte die Verbindung von Solidarökonomie und Biolandbau eine erfolgversprechende Strategie sein. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind zahlreiche solidarökonomische Formen der Landwirtschaft entstanden. Diese Initiativen – dazu zählt zum Beispiel die regionale Vertragslandwirtschaft in der Schweiz – setzen auf zirkuläre Wirtschaftskreisläufe, die eine Reproduktion in der Produktion ermöglichen. Sie bauen auf direkte Partnerschaften von Produzentinnen und Konsumenten sowie auf kostendeckende Preise. Die Akteure solidarökonomischer Initiativen streben mit dieser „anderen“ Produktions- und Konsumlogik einen Wandel des Ernährungssystems in Richtung Nachhaltigkeit an.

Synergien und Grenzen verstehen

Das Forschungsprojekt „Die Bedeutung der Solidarökonomie für die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Europa früher und heute“ analysiert die Verbindung zwischen Biolandbau und Solidarökonomie als neues, zukunftsweisendes Modell, um es schliesslich einer systematischen Förderung zugänglich zu machen. Die Forschenden der Universität Bern untersuchen zusammen mit Partnern des Archivs für Agrargeschichte, inwiefern solidarökonomische landwirtschaftliche Initiativen in der Schweiz und ihren Nachbarländern Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien als neue Förder- und Wachstumsmöglichkeiten des Biolandbaus wirken können. Dabei soll aufgezeigt werden, wo die Möglichkeiten und Grenzen des Biolandbaus in Bezug auf die Entwicklung von neuen, kooperativ orientierten Wirtschaftsformen liegen. Aufgrund der Forschungsresultate soll ein Massnahmenkatalog entwickelt und zur Diskussion gestellt werden, der Wege für die Förderung solidarökonomischer, biologischer Initiativen in politischer, wirtschaftlicher, sozialer und finanzieller Hinsicht aufzeigt.

Integration und Transfer von Wissen

Das stark transdisziplinäre Projekt regt durch die Bildung einer transnationalen Netzwerkplattform eine interaktive Integration des Fachwissens von Akteuren im Bereich Solidarökonomie und Biolandbau aus Praxis, Politik und Forschung an. Die Plattform soll den Dialog und Erfahrungsaustausch über Landes-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg verstärken und dadurch einen Wissenstransfer zwischen Biolandbau und Solidarlandwirtschaft ermöglichen. Insgesamt beteiligen sich 29 Institutionen an der Plattform.  

Mehr Informationen

www.solidarisch-biologisch.unibe.ch

Projektpartner

Das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern wurde 2010 gegründet und verfolgt das Ziel, Wissen für Nachhaltige Entwicklung in Zusammenarbeit mit Partnern in Nord und Süd zu schaffen. Gemeinsam mit den Partnern in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika forscht es nach innovativen Konzepten und erarbeitet Lösungen für den nachhaltigen Umgang mit Land- und Wasserressourcen. Das CDE zählt um die 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Disziplinen und ist in fünf Schwerpunktregionen sowohl im globalen Süden als auch in Europa und der Schweiz tätig. In enger Verbindung mit der Forschung offeriert das CDE eine Reihe von Dienstleistungen. Es bietet Bachelor- und Masterstudiengänge sowie einen Zertifikatskurs in nachhaltiger Entwicklung an. 

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Katia Weibel
+41 44 206 55 89
k.weibel@stiftung-mercator.ch 


Themenbereich

Umwelt

Handlungsfeld

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Projektpartner

Universität Bern, Centre for Development and Environment

Förderbetrag

CHF 555'000

Förderlaufzeit

2016-2018