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Kurswechsel Landwirtschaft in der globalen Politik

Biovision setzt sich international für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Bei der UNO wirkte die Stiftung an der Formulierung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele mit.

Im Jahr 2050 werden über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben – 2 Milliarden mehr als heute. Bereits jetzt leiden fast eine Milliarde Menschen an Unterernährung. In Entwicklungsländern leben 70 Prozent der armen und hungernden Bevölkerung auf dem Land. Um weltweit Hunger und Armut zu bekämpfen, empfehlen die Experten des Weltagrarberichts (IAASTD, 2008) und des Weltentwicklungsberichts (UNDP, 2008), die nachhaltige, ökologische Landwirtschaft basierend auf kleinbäuerlichen Strukturen und lokal angepassten Anbaumethoden zu fördern. Diese Form der Landwirtschaft benötigt weniger Ressourcen und ist deshalb für die arme ländliche Bevölkerung eher umsetzbar. Damit hat sie grosses Potenzial, die Armut auf dem Land zu reduzieren und den Hunger zu bekämpfen.

Nachhaltige Landwirtschaft auf regionaler, nationaler und globaler Ebene

Die Stiftung Biovision möchte mit dem Projekt „Kurswechsel Landwirtschaft“ die nachhaltige Landwirtschaft auf regionaler, nationaler und globaler Ebene politisch stärken. In den Pilotländern Äthiopien, Kenia und Senegalunterstützt Biovision zusammen mit dem Millennium Institute die Regierungen bei der langfristigen und integrierten politischen Planung für eine nachhaltige Landwirtschaft. Unter Einbezug von Bauern, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Forschung werden griffige Strategien zur Armutsreduktion, für den Übergang zur ökologischen Landwirtschaft und zur ländlichen Entwicklung erarbeitet. Auf internationaler Ebene engagiert sich Biovision im Rahmen des Projekts in verschiedenen Prozessen für den Kurswechsel – so beim Ausschuss für Welternährungssicherheit in Rom oder bei den Klimaverhandlungen. Den wohl umfassendsten Einsatz hat Biovision bei der Aushandlung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Einsatz für die Nachhaltigen Entwicklungsziele

Unter aktiver Mitarbeit von Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft begann die internationale Staatengemeinschaft im Frühjahr 2013, Schritt für Schritt die 17 so genannten nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) auszuhandeln. Vertreter von Biovision waren dabei. Möglich machte dies der generelle Konsultativstatus bei der UNO, den Biovision als einzige Schweizer Nichtregierungsorganisation hat. Die Stiftung hat sich insbesondere für Ziel 2 eingesetzt: „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“

Im September 2015 wurde die Agenda 2030 bestehend aus 17 Zielen und 169 Unterzielen feierlich verabschiedet. Ziel 2 enthält – auch dank des Engagements von Biovision – zwei Unterziele, die der Stiftung wichtige Anliegen sind: Kleine Nahrungsmittelproduzenten sollen gestärkt werden, indem sie unter anderem einen sicheren Zugang zu Boden, Produktionsressourcen, Wissen, Finanzen und Märkten erhalten. Zudem sollen nachhaltige Agrar- und Nahrungsmittelsysteme gefördert werden, die zur Erhaltung der Ökosysteme beitragen, die Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen erhöhen und die Bodenqualität verbessern. Auch zur Ausgestaltung von Ziel 12 konnte Biovision beitragen, indem die Stiftung sich für das Unterziel einer Reduktion der Nahrungsmittelverschwendung stark gemacht haben. Damit konnte Biovision ihren Einsatz bei der Ausarbeitung der nachhaltigen Entwicklungsziele erfolgreich abschliessen.

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Kurswechsel Landwirtschaft

Projektpartner

Biovision wurde 1998 vom Schweizer Welternährungspreisträger Dr. Hans Rudolf Herren gegründet mit dem Ziel, die Lebenssituation der Menschen in Afrika nachhaltig zu verbessern und die Natur als Grundlage allen Lebens zu erhalten. Die Stiftung Biovision bekämpft Armut und Hunger und setzt sich für die Verbreitung und Anwendung ökologischer Methoden ein, die zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika führen und zugleich die Umwelt schonen. Biovision leistet Hilfe zur Selbsthilfe und fördert ökologisches Denken und Handeln – im Norden wie im Süden.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch


Themenbereich

Umwelt

Handlungsfeld

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Projektpartner

Stiftung Biovision

Förderbetrag

CHF 1'000'000

Förderlaufzeit

2015-2017