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Organic Food Systems Africa

Wie nachhaltig ist der biologische Landbau in Entwicklungsländern? Wo liegen seine Stärken und Schwächen? Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau analysiert sechs Fallstudien in Kenia, Ghana und Uganda, um Antworten zu finden.

In Afrika ist nur eine langsame Entwicklung hin zu einer produktiven und profitablen Landwirtschaft zu verzeichnen. Die Produktivität pflanzlicher und tierischer Verfahren bleibt stark hinter ihrem Potenzial und den internationalen Durchschnittswerten zurück. International hat sich der Gedanke einer „nachhaltigen Intensivierung“ als Entwicklungsleitbild durchgesetzt. Diese verfolgt das Ziel, dass die Produktion gesteigert und der Verbrauch an natürlichen Ressourcen vermindert wird. Der Biolandbau könnte exakt in diese Strategie passen, da er zu wesentlichen Ertragssteigerungen gegenüber der gängigen Praxis und zu einer höheren Wertschöpfung über Mehrpreise und tiefere Inputkosten führen kann. Zudem schont der Biolandbau Böden und Umwelt. Er erhält und steigert die Produktivität der natürlichen Produktionsressourcen.

Stärken und Schwächen des biologischen Landbaus

Das Projekt „Organic Food Systems Africa (OFSA) sucht Antworten auf die Frage, wie nachhaltig der biologische Landbau in Entwicklungsländern ist und wo seine Stärken und Schwächen liegen. Dies soll am Beispiel von sechs repräsentativen Fallstudien in Kenia, Ghana und Uganda untersucht werden. Die Nachhaltigkeitsanalysen werden mit dem SMART-Farm-Tool durchgeführt, das sich auf internationale Leitlinien der Welternährungsorganisation (FAO) zur Nachhaltigkeitsbewertung abstützt. Das Instrument bewertet, inwieweit landwirtschaftliche Betriebe 58 verschiedenen Nachhaltigkeitszielen aus den Bereichen, Ökologie, Ökonomie, Soziales und Betriebsführung gerecht werden. Insgesamt werden im Rahmen des Projekts auf 2000 konventionellen und biologischen Betrieben Analysen mit dem SMART-Farm Tool durchgeführt.

Verbreitung der Erkenntnisse

Auf Basis der Ergebnisse werden Massnahmen umgesetzt, um Betroffene und Entscheidungsträger – Bauern, Berater, Wissenschaftler, Politik, Ernährungswirtschaft – für ein nachhaltigkeitsorientiertes Handeln zu befähigen und den nationalen und internationalen Diskurs zu nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft zu unterstützen. Das Projekt baut auf Vorleistungen und Ergebnissen aus dem Projekt ProEcoAfrica auf, das die Produktivität und Profitabilität des biologischen Landbaus in Kenia und Ghana erfasst.

Projektpartner

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) wurde 1973 gegründet und ist seit 1997 in Frick ansässig. Es ist weltweit eine der führenden Forschungseinrichtungen für biologische Landwirtschaft und beschäftigt über 175 Mitarbeiter. Die enge Verzahnung verschiedener Forschungsgebiete und der rasche Wissenstransfer von der Forschung zur Beratung und in die Praxis sind die Stärken des FiBL. Die Kompetenz des FiBL ist auch ausserhalb der Schweiz gefragt. Daher ist das FiBL international an zahlreichen Projekten beteiligt – sowohl in Forschung, Beratung und Weiterbildung als auch in der Entwicklungszusammenarbeit.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
Projektmanagerin
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch 


Themenbereich

Umwelt

Handlungsfeld

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Projektpartner

Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Förderbetrag

CHF 1'500'000

Förderlaufzeit

2016-2019