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Personalisiertes Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften

Zehn Projekte – ein Ziel: Schulen, Hochschulen, Schulnetzwerke, Lehrmittelverlage und IT-Anbieter arbeiteten mehrere Jahre zusammen, um das personalisierte Lernen weiterzuentwickeln.

Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen, mit verschiedensten Begabungen und Lernvoraussetzungen besuchen dieselbe Klasse. Die wachsende Vielfalt stellt Schulen vor eine entscheidende Frage: Wie können sie ihren Unterricht so gestalten, dass alle Schülerinnen und Schüler profitieren? Als Antwort entwickeln einige Schulen Unterrichtsmodelle des personalisierten Lernens. In diesen Schulen verfolgen Kinder und Jugendliche persönliche Lernziele. Klassenunterricht, individuelle und ausgedehnte kooperative Arbeitsphasen wechseln sich ab. Die Lernaufgaben sind auf unterschiedlichen Niveaus lösbar und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine aktive Auseinandersetzung mit den Unterrichtsthemen. Durch differenzierte Rückmeldungen begleiten die Lehrpersonen sie auf ihren Lernwegen. Einige Schulen gehen so weit, dass sie Jahrgangsklassen auflösen, offene Raumkonzepte schaffen und spezielle Instrumente zur Dokumentation und Unterstützung individueller Lernwege entwickeln.

Lancierung einer Ausschreibung

Um das Personalisierte Lernen weiterzuentwickeln, lancierte die Stiftung eine Ausschreibung: Schulen, Hochschulen, Verlage, IT-Unternehmen und Schulnetzwerke waren eingeladen, kooperative Projekte im Bereich des personalisierten Lernens zu entwickeln und mit Unterstützung der Stiftung zu verwirklichen. Zwischen November 2010 und November 2011 fanden drei Veranstaltungen statt, an denen jeweils 70 bis 100 interessierte Personen Projektideen erarbeiteten. Es war völlig offen, was entstehen und wer mit wem zusammenarbeiten würde. Das Vorgehen war erfolgreich: Es sind zehn sehr unterschiedliche Projekte entstanden, die seit 2011 unter dem Dach „Personalisiertes Lernen in heterogenen Lerngemeinschaften“ verwirklicht wurden.

Zehn Teilprojekte

Ideen, Arbeitsweise und Ziele der zehn Teilprojekte haben die Beteiligten selbst bestimmt. Es geht darum, Unterrichtskonzepte weiterzuentwickeln, Austauschformen zu erproben, Lernmaterial und Strategien der Lernbegleitung zu verbessern. Ausserdem ist es ein wichtiges Ziel, mehr über die Wirkung von personalisierten Lernformen zu erfahren.

Personalisiertes, kompetenzbasiertes Lernen auf Sekundarstufe II: Die Kantonsschule Romanshorn entwickelt zusammen mit weiteren Gymnasien und Berufsschulen personalisierte Unterrichtsmodule für die Sekundarstufe II. Erfolgreiche Module werden an Lehrpersonen weiterer Schulen verbreitet.

Nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung durch Networking: Das sehr erfahrene und erfolgreiche kantonale Netzwerk Luzerner Schulen dokumentiert seine Erfahrungen. Die Publikation unterstützt Interessierte beim Aufbau von Schulnetzwerken.

Zaungäste: Der Verein QuiSS (Qualitätsentwicklung in innovativen Schweizer Schulen) baut eine selbstorganisierte Form gegenseitiger Schulbesuche auf.

RokoSOL – Rollenrepertoire und Coachingkompetenzen beim personalisierten und kooperativen Lernen: Das Zürcher Gymnasium Unterstrass reflektiert und erprobt zusammen mit weiteren Partnern die erweiterten Rollen- und Handlungskompetenzen von Lehrpersonen im personalisierten Lernen. 

Digitale Lehrmittel: Der Schulverlag plus bereitet zusammen mit den Sekundarschulen Ruggenacher in Regensdorf und Petermoos in Buchs (ZH) exemplarisch ein Kapitel des Lehrwerks „Sprachwelt Deutsch“ fürs personalisierte Lernen auf.

Vom Lehrmittel zum Lernmittel: Lehrpersonen erarbeiten zusammen mit den Pädagogischen Hochschulen Nordwestschweiz und Bern sowie dem Schulverlag plus Vorschläge, wie bereits existierende obligatorische Lehrmittel fürs personalisierte Lernen genutzt werden können.

Qualitätsraster: Die Pädagogische Hochschule St. Gallen erstellt und erprobt zusammen mit Lehrpersonen ein Qualitätsraster zur Beurteilung von personalisierten Lernarrangements und Aufgaben.

MiNT-Alp: Die Pädagogischen Hochschulen Graubünden und Wallis entwickeln zusammen mit Partnerschulen personalisierte Unterrichtseinheiten in Mathematik, Naturwissenschaft und Technik für Kleinschulen in ländlichen Regionen.

PerLen – personalisierte Lernkonzepte in heterogenen Lerngruppen: Die Universität Zürich untersucht in einer gross angelegten empirischen und vergleichenden Studie Unterrichtsformen, Lernarrangements, Prozessqualitäten und Wirkungen des personalisierten, kooperativen Lernens in heterogenen Lerngruppen.

Kompetenzcenter: Der Verein Mosaik-Sekundarschulen und das Unternehmen Infomentor suchen nach Formen, wie die Kompetenzbeschreibungen des Lehrplans 21 sinnvoll in IT-Plattformen zum Lernwegmanagement abgebildet werden können. 

Mehr Informationen

www.lernkonzepte.ch 

Abschlussdokumentation

Projektpartner

Die Stiftung Mercator Schweiz fördert und initiiert Projekte für eine engagierte und weltoffene Gesellschaft, die allen Kindern und Jugendlichen gute Bildungschancen bietet und verantwortungsvoll mit der Umwelt umgeht. Im Zentrum steht die Förderung junger Menschen in der Schweiz.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Rahel Haymoz
+41 44 206 55 93
r.haymoz@stiftung-mercator.ch 

Neuigkeiten


Themenbereich

Bildung

Handlungsfeld

Bildungsqualität

Projektpartner

eigenes Projekt der Stiftung Mercator Schweiz

Förderbetrag

CHF 2'745'000

Förderlaufzeit

2011-2016