• DE
  •  

PSC Tandem PhD Fellowship Program – Bridging Plant Science and Society

Vier Doktorierende suchen Lösungen in aktuellen Umwelt- und Ernährungsfragen. Begleitet werden sie von Forschenden aus verschiedenen Disziplinen und einem Praxispartner.

Mit dem „PSC Tandem PhD Fellowship Program“ etabliert das Zurich-Basel Plant Science Center passende Rahmenbedingungen für transdisziplinäre Forschung: Training und Mentoring sowie ein Wissensaustausch mit der Öffentlichkeit sind feste Bestandteile des Doktorierendenprogramms. Ziel ist es, Forschungsansätze in den Pflanzenwissenschaften zu fördern, die mit Blick auf aktuelle Umwelt- und Ernährungsfragen einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.

Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Disziplinen

Vier Doktorierende der ETH Zürich, der Universität Zürich und der Universität Basel suchen im Rahmen des Programms Lösungen für komplexe Fragestellungen wie die Anpassung an den Klimawandel oder den Erhalt der Biodiversität. Dabei werden sie von Forschenden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und projektrelevanten Praxispartnern begleitet. Die vier Forschungsprojekte vereinen jeweils mindestens zwei unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen. In einem begleitenden Ausbildungsprogramm lernen die Doktorierenden, die theoretischen und methodischen Ansätze der verschiedenen Disziplinen zu synthetisieren und ein Mehrwert zu schaffen, der über die Addition des Wissens einzelner Disziplinen hinausgeht. Dafür werden die Doktoranden während des gesamten Projekts vom USYS TdLab unterstützt.

Vier Forschungsprojekte

Die vier PSC-Mercator Fellows haben 2016 ihre Forschungsarbeit aufgenommen. Dies sind ihre Projekte:

  • Wenn Schnee und Wasser in den Alpen rar werden: Dieses Projekt untersucht die ökologischen und ökonomischen Folgen des Klimawandels im alpinen Raum. In einem Experiment in 2500m Höhe wird gezeigt, wie sich variable Schneeschmelze und Trockenheit auf alpines Grasland auswirkt. Gemeinsam mit der SkiArena Andermatt Sedrun AG wird abgeschätzt, wie sich die Kosten für die künstliche Beschneiung unter verschiedenen Klimaszenarien verändern.
    Projektpartner: Prof. Ansgar Kahmen, Dr. Erika Hiltbrunner (Universität Basel), Prof. Bruno Abegg (Universität Innsbruck), Dr. Christoph Marty (SLF Davos)
    Praxispartner: Sport AG Andermatt Sedrun
  • Bewertung von Artenvielfalt im Grasland – eine ökologisch-ökonomische Betrachtung: Grasland nimmt eine wichtige Rolle in der weltweiten Ernährungssicherheit ein. Bisherige Forschung hat einen positiven Einfluss von Artenreichtum auf die Ernte und deren zeitliche Stabilität gezeigt. Ziel des Projektes ist die Übertragung dieser Erkenntnisse in ökonomische Termini. Hierzu bedarf es einer umfangreichen ökologisch-ökonomischen Betrachtung, die jedoch bislang versäumt wurde.

    Forschungspartner: Prof. Nina Buchmann (Graslandwissenschaften, ETH Zürich), Prof. Robert Finger (Agrarökonomie und Agrarpolitik, ETH Zürich)
    Praxispartner: Agridea, Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF), Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)

  • Papaya: Die Geschichte ihrer landwirtschaftlichen Nutzung und mögliche Verbesserungen durch Zucht hinsichtlich des Klimawandels: Hermaphroditische Papaya (Vorhandensein männlicher und weiblicher Geschlechtsmerkmale) sind wichtige Kulturpflanzen in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Erde wie unter anderem in Yucatán, Mexiko. Perioden hoher Temperaturen, zum Beispiel ausgelöst durch den Klimawandel, können eine „Geschlechtsumwandlung“ auslösen. Dies hat Ertragsverluste für die Landwirte zur Folge. Ziel dieses Projektes ist es die molekularen Grundlagen für diese Umwandlung zu untersuchen, um alte und neue Sorten zu identifizieren, die weniger anfällig für dieses Phänomen sind.

    Forschungspartner: Prof. Ueli Grossniklaus (Universität Zürich), Prof. Jean-Philippe Vielle-Calzada (Langebio Cinvestav), Prof. Jorge M. Santamaría Fernández (Centro de Investigación Científica de Yucatán, Mexico)
    Praxispartner: Mexikanisches Netzwerk für Papayaproduktion

  • Förderung von Biodiversität in Städten: Das Projekt befasst sich mit der Frage, ob die Wildpflanzen-Populationen in der Stadt Zürich langfristig überlebensfähig sind und ob Genfluss zwischen den verschiedenen Populationen stattfindet. Es soll bestimmt werden, was ein zusätzlicher Verlust von wertvollen Naturstandorten als Folge einer weiteren urbanen Verdichtung für Auswirkungen auf diese Populationen hat und wo durch optimale Planung zusätzlicher Naturstandorte wieder optimal vernetzt werden kann.

    Forschungspartner: Prof. Christoph Kueffer (ETH Zürich/HSR Rapperswil), Prof. Dominik Siegrist (HSR Rapperswil)
    Praxispartner: Grün Stadt Zürich

Die Resultate und Erkenntnisse der Dissertationen sollen für die Gesellschaft zugänglich gemacht und mit Hilfe der Praxispartner direkt in den entsprechenden Bereichen implementiert werden. Dafür verfassen die Doktorierenden „Factsheets“ oder organisieren Workshops mit und für relevante Stakeholder. Durch öffentliche Diskussionsrunden und Medienarbeit, durch das Erstellen Blogs oder Videoformaten wird die Öffentlichkeit über die Forschung informiert und miteinbezogen. 

Mehr Informationen

Übersicht der Forschungsprojekte

Projektpartner

Das Zurich-Basel Plant Science Center ist ein Kompetenzzentrum für Pflanzenwissenschaften der drei Hochschulen ETH Zürich, Universität Zürich und Universität Basel. Es umfasst über 30 Forschungsgruppen mit rund 500 Mitarbeitern und mehr als 150 Doktorierenden.


Themenbereich

Umwelt

Handlungsfeld

Ökologische Landwirtschaft und Ernährung

Projektpartner

Zurich-Basel Plant Science Center

Förderbetrag

CHF 1'062'000

Förderlaufzeit

2015-2020