• DE
  •  

SCALA – Bildungschancen in sozial heterogenen Schulklassen fördern

Eine Weiterbildung sensibilisiert Lehrpersonen für Fragen der Chancengerechtigkeit in der Schule und trainiert sie in der Förderung von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Ein Forschungsprojekt untersucht die Wirkung der Weiterbildung - und die Veränderbarkeit der Erwartungen von Lehrpersonen gegenüber sozial benachteiligten Kindern.

Kinder und Jugendliche aus tiefen sozialen Schichten mit Migrationshintergrund sind im Schweizer Bildungssystem nach wie vor stark benachteiligt. Neue Schweizer Studienergebnisse bestätigen internationale Befunde, wonach Lehrpersonen gegenüber sozial benachteiligten Kindern oftmals tiefere Erwartungen haben. Diese Erwartungen und Überzeugungen können die Leistungen, das Schülerverhalten und die Übertrittschancen in die Sekundarstufe I entscheidend beeinflussen. Gleichzeitig sind viele Lehrpersonen unsicher, wie sie sozial benachteiligte Kinder fördern und heterogene Klassen führen können. Mit dem Projekt „Bildungschancen in sozial heterogenen Schulklassen fördern“ (Scala) möchte die Pädagogische Hochschule FHNW zu mehr Chancengerechtigkeit in der Schulbildung beitragen. Dafür bietet sie eine Weiterbildung für Lehrpersonen an und begleitet diese mit einem Forschungsprojekt.

Weiterbildung für Lehrpersonen

Die Weiterbildung sensibilisiert Lehrpersonen für Fragen der Chancengerechtigkeit im Schulkontext und trainiert sie in der Förderung von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Das Angebot basiert auf Konzepten der interkulturellen Pädagogik und heterogener Unterrichtssituationen sowie wirksamer Lehrpersonenweiterbildung. 60 Lehrpersonen aus der Deutschschweiz, die rund 1200 Kinder im 4. bis 6. Schuljahr unterrichten, werden an der Weiterbildung zwischen November 2016 und April 2017 teilnehmen. Die Wirkung der Weiterbildung wird mit einer Vorher-Nachher-Messung und im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht. Es werden Leistungstests in den Klassen der teilnehmenden Lehrpersonen in Deutsch und Mathematik durchgeführt. Zudem kommen ein standardisierter Schüler-, Eltern- und Lehrpersonenfragebogen zum Einsatz.

Erkenntnisse für erfolgreiches Unterrichten

Das angewandte Forschungsprojekt liefert neue Erkenntnisse zur Veränderbarkeit von Erwartungen und Überzeugungen von Lehrpersonen gegenüber sozial benachteiligten Kindern. Gleichzeitig zeigt es, welche Wirkungen die Lehrpersonenerwartungen auf die Kinder und ihre Leistungen haben. Die Ergebnisse sollen deutlich machen, wie Lehrpersonen in heterogen zusammengesetzten Klassen erfolgreich und chancengerecht unterrichten können. Die Forschungserkenntnisse werden im Rahmen der Lehrpersonenweiterbildung und allenfalls in der Lehrpersonengrundausbildung umgesetzt.

Mehr Informationen

Scala

Projektpartner

Das Zentrum Lernen und Sozialisation (ZLS) beschäftigt sich mit dem Aufwachsen in Kindergarten, Schule und Berufsbildung. Kinder und Jugendliche lernen und entwickeln sich in verschiedenen sozialen Umgebungen. Wie diese zusammenwirken, ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung und für die Bildungs- und Berufschancen der Heranwachsenden. Dabei interessiert vor allem, wie Schülerinnen und Schüler beim Aufbau von Motivation, von Werten und von sozialen und fachlichen Kompetenzen unterstützt werden.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Lisa Radman
Projektmanagerin
+41 44 206 55 84
l.radman@stiftung-mercator.ch 


Themenbereich

Bildung

Handlungsfeld

Bildungschancen

Projektpartner

Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, Zentrum Lernen und Sozialisation

Förderbetrag

CHF 405'000

Förderlaufzeit

2016-2018