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Expeditionen

Ausschreibung

Wissen teilen, Organisationen stärken: Mit dem Programm „Expeditionen“ ermöglicht die Stiftung Mercator Schweiz es ihren Projektpartnern, sich im Austausch mit anderen Organisationen weiterzuentwickeln.

Expeditionen laden zu Entdeckungen ein. Sie ermöglichen spannende Begegnungen, gegenseitiges Lernen, wertvolle Inspirationen. Die Stiftung Mercator Schweiz ermutigt ihre Projektpartner mit dem Programm Expeditionen, neugierig in die Welten anderer Organisationen einzutauchen, Erfahrungen auszutauschen und sich weiterzuentwickeln. Wollen Sie als Projektpartner der Stiftung Mercator Schweiz eine längere Zeit bei einer Organisation im In- oder Ausland hospitieren, um neue Ideen für Ihre eigene Arbeit zu gewinnen? Möchten Sie Vertreter einer anderen Organisation zu sich einladen, um etwas zu lernen oder Ihr Wissen zu teilen? Haben Sie Interesse, sich auf eine Reise ins Ausland oder in einen anderen Landesteil der Schweiz zu begeben, um mit verschiedenen Akteuren über Ihre Themen zu sprechen und andere interessante Angebote kennenzulernen? Es gibt viele Möglichkeiten für Expeditionen. Sie können Ihr Vorhaben Ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechend planen. 

Bewerbung mit Projektidee

Viermal im Jahr lädt die Stiftung Mercator Schweiz ihre Projektpartner ein, sich mit ihrer Idee für eine Expedition um eine Förderung zu bewerben. Die Eingabe ist mit dem Antragsformular jeweils zum Quartalsbeginn möglich. Eine Rückmeldung seitens der Stiftung erhalten Sie innerhalb von zwei Monaten. Bitte senden Sie die Antragsdokumente an expeditionen@stiftung-mercator.ch.

Unterstützung durch die Stiftung Mercator Schweiz

Mit den „Expeditionen“ fördert die Stiftung Mercator Schweiz den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Die Stiftung beteiligt sich an den Kosten der Organisation, die sich auf eine Expedition begibt, und am Aufwand der Gastgeberorganisationen. Übernommen werden:

  • Personalkosten, die für die Planung/Organisation des Projekts anfallen
  • Personalkosten, um abwesende Personen innerhalb der Organisation zu ersetzen
  • Personal- und Sachkosten für den Wissenstransfer (auch über die eigene Organisation hinaus)
  • Reise- und Aufenthaltskosten für die Expedition
  • persönliche Kosten, die den Teilnehmenden durch Abwesenheit von zuhause entstehen (zum Beispiel Kinderbetreuung)
  • Aufwandsentschädigung für die Gastgeberorganisationen

Es werden die effektiv anfallenden Lohnkosten übernommen. Die Übernahme der Overheadkosten erwarten wir als Eigenleistung. Bei einer Aufenthaltsdauer von Teilnehmenden ab einem Monat wird darüber hinaus eine Beteiligung mit Ferien-/Weiterbildungstagen im Rahmen der üblichen betrieblichen Regelungen erwartet. Der maximale Förderbeitrag pro Antrag liegt bei CHF 25'000.

Fördervoraussetzungen

Grundlegende Voraussetzungen für eine Förderung sind:

  • Die antragstellende Organisation ist Projektpartnerin der Stiftung Mercator Schweiz und gemeinnützig tätig. Bei Hochschulen sollte das antragstellende Institut Projektpartner sein.
  • Die minimale Dauer der Expedition (Aufenthaltsdauer) beträgt drei Arbeitstage, maximal wird ein Austausch von neun Monaten gefördert (inkl. Wissenstransfer in die eigene Organisation). Die Erfahrungen der Expedition werden in der Organisation verbreitet.
  • Beteiligung von mehr als einer Person aus der Senderorganisation – wenn nicht beim Besuch selbst, dann zumindest aktiv beim Wissenstransfer in die Organisation; ausgenommen von dieser Regelung sind Organisationen mit weniger als fünf Mitarbeitenden.
  • Interessenbekundungen aller beteiligten Organisationen (Beilage eines entsprechenden Schreibens)
  • Bereitschaft, einen Erfahrungs- und Reflexionsbericht zur Veröffentlichung auf der Webseite der Stiftung Mercator Schweiz zu verfassen und Erfahrungen mit anderen zu teilen

Bei der Bewertung der Anträge achten wir besonders auf folgende Punkte:

  • Prägnanter Zielbeschrieb der „Expedition“
  • Konzept, wie der Wissenstransfer in die eigene Organisation geleistet wird
  • Überlegungen, wie die gastgebende/n Organisation/en vom Austausch profitiert/en
  • Bei Anträgen von Hochschulen und Stellen der öffentlichen Hand: Begründung, warum kein bestehendes Förderinstrument für die Finanzierung genutzt werden und die Expedition nicht im Rahmen der regulären Tätigkeit gemacht werden kann

Melden Sie sich bei der Stiftung Mercator Schweiz, falls Sie an einem Vernetzungsworkshop zur Planung einer Expedition oder zur Vermittlung von Kontakten interessiert sind.

Inspirationen für Expeditionen

Einige Projektpartner der Stiftung Mercator Schweiz haben sich bereits unabhängig vom Programm auf Expeditionen begeben. An dieser Stelle stellen wir zwei Erfahrungen vor.

Rolf Jucker, Geschäftsführer Stiftung SILVIVA
Rolf Jucker hat für zwei Wochen das Projekt Down to Earth in Wales besucht. Die Initiative organisiert Bildungs- und Integrationsprojekte für benachteiligte Menschen und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Umweltthemen. Der Geschäftsführer von SILVIVA kennt das britische Projekt seit der Gründung – vom Papier und von Erzählungen. Nun wollte er die Arbeit persönlich erleben: Rolf Jucker nahm an Sitzungen teil und begleitete den Direktor während seines Besuchs auf Schritt und Tritt. Er erlebte die Arbeit in den verschiedenen Programmen. Ihm wurde deutlich, wie die Menschen auf die Angebote reagieren, welche Arbeitskultur der Betreuungspersonen die positive Wirkung möglich macht. „Ich habe einen Tiefeneinblick bekommen, den man sich durch kein Dokumentenstudium erarbeiten kann“, erzählt Rolf Jucker. Für ihn war die „Expedition“ eine spannende und für die eigene Arbeit äusserst wertvolle Erfahrung. Nach dem Besuch in Wales hat der Direktor des britischen Projekts während zwei Wochen die Arbeit von SILVIVA in der Schweiz erlebt. Für Rolf Jucker war das eine wertvolle Ergänzung: Erfahrungen konnten ausgetauscht, Beobachtungen im Vergleich reflektiert werden. „Wir lernen in unserer täglichen Arbeit viel“, betont der Geschäftsführer von SILVIVA. „Der Vergleich mit anderen Organisationen regt dazu an, Dinge neu zu denken und sich weiterzuentwickeln.“

Jürg Schoch, Direktor Gymnasium Unterstrass
Wie gelingt es dem Schuldistrikt Toronto, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund erfolgreich zu integrieren? Jürg Schoch verbrachte drei Wochen in Kanada, um Antworten zu finden. Eine Woche nahm der Direktor des Gymnasiums Unterstrass mit einer Delegation der Pädagogischen Hochschule Zürich an einem Programm der Universität Toronto teil: In Referaten, Schulbesuchen und Diskussionen erhielt er interessante Einblicke ins Thema. Anschliessend besuchte Jürg Schoch während zwei Wochen verschiedene Schulstufen in Toronto, um die Arbeit vor Ort persönlich zu erleben. Dabei erfuhr er, dass nicht nur Prozesse, Strukturen und Lehrmittel entscheidend sind, sondern vor allem auch die Grundhaltung zur Integration von fremdsprachigen Kindern: „In Kanada spricht man nicht von Immigranten, sondern von neuen Kanadiern“, erzählt der Schulleiter. Er berichtet von Empfangskindergärten, die er besucht hat. Dort lernen Kinder zusammen mit ihren Eltern lernen, was die Sprachkenntnisse fördert. Die Mütter werden motiviert, ihren Kindern Geschichten zu erzählen, gemeinsam zu basteln und zu reimen. Er erzählt von Elternvereinen, die die Integration fördern. „Durch den Besuch in Kanada habe ich verstanden, wie die Schulen dort erfolgreich arbeiten“, sagt Jürg Schoch. „Gleichzeitig wurde mein Blick für die Situation in der Schweiz geschärft.“ Dass eine „Expedition“ auch kürzer sein kann, zeigt die „Schweizer Reise“, die Jürg Schoch vor einiger Zeit gemacht hat: Zwei Tage hat er die Rektorin eines Basler Gymnasiums in ihrem Arbeitsalltag begleitet, zwei Tage war er in Romanshorn und an einem Tag in Aarau. Er wollte erfahren, wie seine Berufskollegen Fragen lösen, vor denen auch er steht. Gleichzeitig versprach Jürg Schoch den Schulleitern, Feedback zu ihrer Arbeit zu geben, wobei sie die Themen selbst setzen konnten. „So haben auch sie von meinem Besuch profitiert“, sagt Jürg Schoch zufrieden.

Mehr Informationen

Programmflyer

Antragsformular

Projektpartner

Das Programm „Expeditionen“ ist eine Initiative der Stiftung Mercator Schweiz. Die Stiftung fördert und initiiert Projekte für eine engagierte und weltoffene Gesellschaft, die allen Kindern und Jugendlichen gute Bildungschancen bietet und verantwortungsvoll mit der Umwelt umgeht. Im Zentrum steht die Förderung junger Menschen in der Schweiz.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Christoph Bossart
+41 44 206 55 92
c.bossart@stiftung-mercator.ch

Projekt

Expeditionen


Themenbereich

Diverse

Handlungsfeld

Diverse

Projektpartner

eigenes Projekt der Stiftung Mercator Schweiz

Förderbetrag

CHF 250'000

Förderlaufzeit

2017-offen