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Kammerorchester Basel zu Gast im Gymnasium Muttenz

Medienmitteilung
7.9.2016

Musiker des Kammerorchesters Basel ziehen für einige Proben ins Gymnasium Muttenz. Schülerinnen und Schüler erleben die musikalische Arbeit und setzen sich auf vielfältige Weise mit der Orchesterwelt auseinander.

Das Kammerorchester Basel (KOB) geht für die Dauer eines Jahres eine Partnerschaft mit dem Gymnasium Muttenz ein. Das einjährige Probendomizil wird neue Formen der Begegnung zwischen den Musikern und Jugendlichen ermöglichen. So probt das KOB drei Konzertprojekte vollständig in Räumen der Schule, im gläsernen Foyer. Schülerinnen und Schüler erleben die musikalische Arbeit eines Orchesters, recherchieren Werkhintergründe, moderieren Proben, bekommen über Praktika einen Einblick in die künstlerische Dramaturgie und in die betriebswirtschaftlichen Hintergründe eines international erfolgreichen Ensembles. Darüber hinaus soll eines der KOB-Konzerte in Basel von den Schülern vollumfänglich organisiert werden.

Intensiver Austausch

Motivation für die Idee ist die Beobachtung, dass punktuelle Probenbesuche oder Konzertbesuche – auch wenn es sich um Konzerte für Kinder und Jugendliche handelt – zwar schön sind, aber nicht zu einer direkten Auseinandersetzung und zu einem intensiven Austausch zwischen Musikern und Jugendlichen führen. Der partizipative Ansatz des Projekts, das gemeinsame Arbeiten über einen längeren Zeitraum an einem Themenkomplex ist sehr wertvoll. Was das breit angelegte Projekt „Schule macht Orchester“ zudem von vielen anderen Projekten unterscheidet und damit in der Schweiz zu einem Pilotprojekt macht, ist der Anspruch, eine grössere Anzahl von Schülerinnen und Schülern auf unterschiedlichen Ebenen anzusprechen. Nicht nur eine einzelne Klasse soll die Möglichkeit haben, mit Musikerinnen und Musikern über einen längeren Zeitraum in Kontakt zu kommen. Durch die Breite der Themen finden Schnittstellen mit unterschiedlichen Schul-Fachschaften statt. Damit wirkt das Projekt gesamthaft in die Schule hinein. Indem die Schule Probe- und Arbeitsort des Orchesters ist, gibt es auch ausserhalb von gezielt geplanten Aktivitäten Raum für Begegnungen.

Musik steht im Zentrum

Ziel der über eine Konzertsaison dauernden Zusammenarbeit ist eine wechselseitige intensive Auseinandersetzung. Die Jugendlichen lernen die professionelle Welt der Musik kennen, während die Musikerinnen einen hautnahen Einblick in die Lebens- und Erlebniswelten der Schüler erhalten. Im Zentrum steht dabei die Musik mit all ihren Facetten: Was liegt im Wesen der Musik? Was macht den Beruf eines Musikers, einerseits als Solist, andererseits als Teil eines Orchesters, so besonders? Warum werden heute so viele Werke von Komponisten aus früheren Jahrhunderten gespielt? Warum hat das Publikum häufig Mühe mit zeitgenössischer Musik? Welches Know-how ist notwendig für das Funktionieren und Management eines professionellen Orchesters? Welche verschiedenen Arbeitsbereiche umfassen die Arbeit eines Orchesters? Wie ist das im Fall des Kammerorchesters Basel?

Zusammenarbeit von zwei Schulklassen

Ein Schwerpunkt dieser intensiven Begegnung ist das Projekt „Die Sache beginnt mit einem Donnerschlag“. Im Mittelpunkt stehen Jugendliche zweier unterschiedlicher Schulen: eine Gymnasialklasse des Gymnasiums Muttenz und eine Klasse aus der Schule für Brückenangebote Basel. Gemeinsam mit Musikern des Orchesters und unter Anleitung der Regisseurin Salomé Im Hof und den Lehrpersonen der jeweiligen Schule erarbeiten die Jugendlichen während eines Jahres ein szenisches Konzert. Dabei bildet das Werk „La Danse des Morts“ des Schweizer Komponisten Arthur Honegger, das auf unterschiedlichen Ebenen stark mit Basel verbunden ist, die künstlerische Grundlage. Das von den Schülerinnen und Schülern erarbeitete Werk wird am und 24. und 25. Juni 2017 in der Elisabethenkirche Basel öffentlich aufgeführt werden.

Die Totentanzthematik und im Speziellen die Verbindung zu Basel gibt vielerlei schulische Bezugsmöglichkeiten, die über das rein Musikalische hinausgehen. Honeggers Werk erlaubt eine Beschäftigung auf der Ebene des Bildnerisch-Gestalterischen genauso wie im Bereich der Geschichte und Literatur. Diese Auseinandersetzung im Rahmen anderer Fachdisziplinen ist für ein intensives Verständnis für das Thema von hoher Bedeutung. Besonders ist auch die Begegnung der unterschiedlichen Kulturen eines Gymnasiums und des Zentrums für Brückenangebote.

Medienmitteilung des Kammerorchesters Basel

Projektpartner

Das Kammerorchester Basel gilt als eines der führenden Kammerorchester des internationalen Musiklebens. Einladungen in die weltweit bedeutendsten Konzerthäuser und Festivals prägen die Agenda ebenso wie die eigene Konzertreihe in Basel. Unter der künstlerischen Leitung seiner Konzertmeister und Konzertmeisterinnen sowie unter der Stabführung ausgewählter Dirigenten präsentiert das Kammerorchester Basel in rund 80 Auftritten pro Jahr sein breites Repertoire von Barock bis zeitgenössischer Musik. 

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Rahel Haymoz
+41 44 206 55 93
r.haymoz@stiftung-mercator.ch 

Projekt

Schule macht Orchester


Themenbereich

Bildung

Handlungsfeld

Kulturelle Bildung

Projektpartner

Kammerorchester Basel

Förderbetrag

CHF 20'000

Förderlaufzeit

2016-2017