Podcast Digitalsalat: Komplexe Zusammenhänge der Digitalisierung einfach erklärt

Aktuelle Mitteilung
3.12.2020

Podcasts erleben einen Boom. Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist das Audio-Format beliebt. Die Stiftung Mercator Schweiz hat mit dem «Digitalsalat» einen eigenen Podcast lanciert. Wir geben Einblicke in das Projekt und verraten, wie Stiftungen, Vereine und andere Organisationen Podcasts für ihre Arbeit nutzen können.

Eine gut erzählte Geschichte versetzt uns an einen bestimmten Ort, lässt uns Gerüche erahnen und Emotionen spüren. Unterlegt mit Musik berührt sie viele unserer Sinne. Immer mehr Menschen konsumieren Podcasts. Laut SRF-Medienstudie 2019 gehören dazu vor allem 15- bis 29-Jährige. Jeder Fünfte von ihnen hört wöchentlich eine Podcast-Folge, während aus den anderen Altersgruppen jeder Achte eine Episode pro Woche verfolgt. Das Audio-Format ist attraktiv, da die Inhalte zu jeder Zeit an jedem Ort abrufbar sind. Zudem können Podcasts abonniert werden, womit die Nutzenden die neuste Folge jeweils direkt auf dem Smartphone erhalten.

Podcast „Digitalsalat“

Im Herbst lancierte die Stiftung Mercator Schweiz gemeinsam mit dem Think & Do Tank Dezentrum den gemeinsamen Podcast Digitalsalat. Der Podcast richtet sich an Menschen, die sich bisher nur wenige Gedanken über die Digitalisierung und ihren Einfluss auf unser gesellschaftliches Miteinander gemacht haben. Er möchte eine breite Bevölkerungsgruppe für das Thema sensibilisieren und komplexe Zusammenhänge verständlich machen.

Im Digitalsalat setzen wir auf eine Mischung aus Gesprächs- und Informationspodcast. Mittels eines Erklärstücks werden den Zuhörenden binnen zwei Minuten die wichtigsten Begriffe der jeweiligen Podcast-Folge vermittelt. Dies soll garantieren, dass jede und jeder dem anschliessenden Studiogespräch gut folgen kann. Im 25- bis 40-minütigen Studiogespräch diskutiert unser Team jeweils mit einer Fachperson aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung oder Medien über gesellschaftliche Fragen der Digitalisierung. So haben wir beispielsweise mit dem Epidemiologen Marcel Salathé von der EPFL über die Corona-Massnahmen des Bundes und die Covid-App gesprochen, die er mitentwickelt hat. Im Interview mit Nuria van der Kooy von Pro Infirmis haben wir die Frage beleuchtet, ob die Digitalisierung zu mehr Autonomie von Menschen mit Behinderung führt. Und vom Politikwissenschaftler Fabrizio Gilardi von der Universität Zürich wollten wir wissen, wie wichtig Online-Wahlkampf in der Schweiz ist und ob es dafür neue Wahlkampfregeln braucht.

Tipps für die Podcast-Produktion

In der Schweizer NPO-Landschaft wird der Podcast immer öfter als Medium eingesetzt. So veröffentlicht die Gebert Rüf Stiftung den Wissenschaftspodcast Durchblick – Wissen auf Wunsch und die Stiftung ProJuventute den Gesellschaftspodcast Familienbande. Das Audio-Format eignet sich besonders für Themen, die sonst keinen oder kaum Platz in den Mainstream-Medien finden. Podcasts sind ein interessantes Werkzeug für Stiftungen, um relevante gesellschaftliche Themen zielgerichtet aufzubereiten. Mit dem Medium können sie auch Personen ausserhalb ihres bestehenden Netzwerks erreichen. Die Vielseitigkeit des Formats erlaubt es, den Podcast an die Bedürfnisse und Ziele der jeweiligen Stiftung anzupassen.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass hinter einem guten Format viel Planung steckt. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt: 

Nr. 1: Eigen- oder Fremdproduktion
Der Produktionsaufwand für einen Podcast ist nicht zu unterschätzen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um zu prüfen, ob Ihre Stiftung die zeitlichen und personellen Ressourcen hat, selbst einen Podcast zu produzieren. Alternativ können Sie für Ihre Zielerreichung auch einen externen Dienstleister beauftragen.

Nr. 2: Planen, planen, planen
Ein gutes Format will gut geplant sein. Die meisten Podcasts werden erst dann erfolgreich, wenn sie einen Wiedererkennungswert haben und sich von anderen Angeboten abheben. Wenn Sie das übergeordnete Thema festgelegt haben, sollten Sie sich als nächstes diese Fragen stellen: Welche Podcast-Form passt zum Inhalt und zur Zielgruppe – Interview oder Solo? Wie soll der Podcast heissen? Wie oft und in welcher Sprache soll er erscheinen? Ist eine Staffel denkbar? Wie lange dauert eine Folge? Soll Musik eingebettet werden? Auf welchen Kanälen soll der Podcast erscheinen? Was sind konkrete Inhalte? Werden die einzelnen Episoden durch einen Kommunikationsplan ergänzt? Trotz aller Planung ist und bleibt die grösste Herausforderung das Herunterbrechen komplexer Zusammenhänge auf möglichst verständliche Inhalte.

Nr. 3: Qualität statt Quantität
Die Zuhörenden wollen neben einem guten Inhalt auch eine gute Audioqualität. Verwenden Sie daher lieber hochwertigere Technik oder nutzen Sie ein Aufnahmestudio für die Aufzeichnung. Investieren Sie genügend Zeit für die Post-Produktion und verzichten Sie bei mangelnden zeitlichen oder personellen Mitteln besser auf eine hohe Ausstrahlungsfrequenz.

Nr. 4: Direkte Ansprache
Der persönliche Kontakt macht einen Podcast spannend für die Zuhörenden. Fragen Sie nach Feedback oder Themenwünschen, verweisen Sie auf weitere Informationen in der Folgen-Beschreibung. Sprechen Sie die Nutzenden direkt an.

Nr. 5: Trial and Error
Es liegt in der Natur des Formats, dass Fehler passieren – und auch passieren dürfen.  Perfektionismus wird schnell langweilig. Ihr Podcast darf sich mit der Zeit weiterentwickeln und verbessern sowie neue Erzählmethoden austesten.

Übrigens: In der Schweiz gibt es einen Podcast Club. Dieser hat in Zürich ein voll ausgestattetes Podcast-Studio eingerichtet, das Einzelpersonen, Vereinen und NPOs kostengünstig zur Verfügung steht. Der Podcast Tower wird unterstützt von der Gebert Rüf Stiftung und der Stiftung Mercator Schweiz.  

Mehr Informationen

Neugierig auf unseren Podcast? Zwischen dem 25. August und 2. Dezember 2020 sind im Rahmen unserer ersten Staffel bereits folgende Episoden erschienen:

Episode 7, 2. Dezember 2020
Algorithmen einfach erklärt

Episode 6, 10. November 2020
Covid-App: Wenig Downloads, top Datenschutz. Welche Massnahmen wirken in der Pandemie

Episode 5, 20. Oktober 2020
Wieviel Online-Wahlkampf verträgt unsere Demokratie?

Episode 4, 6. Oktober 2020
Einfach mitmachen: Wenn Demokratie digital wird

Episode 3, 22. September 2020
Smartphones und Co. für Menschen mit Behinderung: Autonomiegewinn oder Ausschluss?

Episode 2, 8. September 2020
Die Macht von Open Data: Warum offen manchmal besser ist

Episode 1, 25. August 2020
Frontalunterricht ade: Wie digitale Tools unser Lernen verändern können

Der Podcast erscheint etwa alle zwei Wochen. Die erste Staffel läuft noch bis Februar 2021.

Unser Podcast-Team

Co-hosts
Jeannie Schneider (Dezentrum) und Torben Stephan (Stiftung Mercator Schweiz)

Redaktion und Intro
Laura Marsch (Stiftung Mercator Schweiz)

Produktion
Mirko Fischli (Dezentrum)

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Laura Marsch
Projektmanagerin
Programm Digitalisierung + Gesellschaft
+41 44 206 55 74
l.marsch@stiftung-mercator.ch 

Projekt

Podcast Digitalsalat