Projekte gesucht: Was lernen wir aus der Coronakrise?

Aktuelle Mitteilung
23.6.2020

Die Stiftung Mercator Schweiz fördert Vorhaben, die dabei helfen, aus den Erfahrungen der Coronakrise zu lernen und zukunftsorientierte Entwicklungen für Gesellschaft und Umwelt anzustossen. Zudem organisiert die Stiftung ein «Ideen-Labor», in dem Projekte ausgearbeitet werden können.

Von einem Tag auf den anderen stellte das Coronavirus unseren Alltag auf den Kopf. Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft erfasste die Schweiz. Die Menschen wurden erfinderisch, um Unterricht, Zusammenarbeit und Zusammenleben auch über soziale Distanz hinweg zu sichern. Während wir zuhause blieben, reduzierten wir unseren Konsum, die Nachfrage nach biologischen und regionalen Lebensmitteln nahm zu. Die Coronakrise macht gesellschaftliche Potenziale deutlich – aber auch grundsätzliche Herausforderungen sichtbar: So wuchsen innerhalb kurzer Zeit soziale Ungleichheiten und Verunsicherungen. Familien und Schulen waren teilweise überfordert, die Staaten agierten im Alleingang, Freiheitsrechte wurden eingeschränkt, drängende Umweltthemen wie die Klimakrise rückten in den Hintergrund. Nicht nur wir persönlich, die ganze Gesellschaft stand plötzlich vor gewaltigen Herausforderungen. Es gilt nun, diesen Herausforderungen zu begegnen, die Auswirkungen der Krise zu reflektieren und Chancen für Veränderungen zu nutzen.


Mit zwei Initiativen sucht die Stiftung Mercator Schweiz Projekte, die zukunftsorientierte Entwicklungen für Gesellschaft und Umwelt anstossen:

1) Call for Projects: Lehren für Gesellschaft und Umwelt

Was lernen wir aus der Coronakrise für eine chancengerechte Bildung von Kindern und Jugendlichen, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Demokratie und Mitwirkung? Was bedeutet das durch die Krise veränderte Konsumverhalten für die Förderung umweltfreundlicher Lebens- und Ernährungsstile? Wie können wir die Chancen der durch die Pandemie beflügelten Digitalisierung nutzen? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, sucht die Stiftung Mercator Schweiz Projekte, die sich mit den Lehren aus Corona für Gesellschaft und Umwelt befassen und zukunftsorientierte Entwicklungen anstossen.

  • Wissen schaffen | Gefördert werden Vorhaben, die sich mit coronabedingten Herausforderungen, Entwicklungen und Lösungen auseinandersetzen, die neues Wissen erarbeiten und/oder wichtige Erkenntnisse zusammentragen. Dabei interessieren uns sowohl wissenschaftliche Arbeiten wie die Aufbereitung von Erfahrungswissen.
  • Ideen erproben und etablieren | Als Antwort auf die Coronakrise entstehen viele innovative und kreative Ideen zur Bewältigung verschiedenster gesellschaftlicher Herausforderungen. Gefördert werden Prototypen und Pilotprojekte, um diese Ideen zu erproben. Zudem werden bereits erprobte beispielhafte Projekte in ihrer Weiterentwicklung unterstützt.
  • Erkenntnisse verbreiten | In der Bewältigung coronabedingter Herausforderungen werden viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Gefördert werden Vorhaben und Formate, die eine Reflexion, Weiterentwicklung, Verbreitung und Verankerung dieser Erkenntnisse ermöglichen. Dazu gehört auch der Aufbau von und der Austausch in Netzwerken.

Fördervoraussetzungen

Organisationen, die Ideen für gemeinnützige Vorhaben haben, können sich um eine Förderung bewerben. Bei der Auswahl der Vorhaben achtet die Stiftung insbesondere auf:

  • Zukunftsorientierte Lehren und Erkenntnisse aus der Coronakrise
  • Bezug zu den Themen der Stiftung
  • Ein besonderes Interesse gilt: Förderung einer chancengerechten Bildung von Kindern und Jugendlichen; Stärkung von Demokratie, Mitwirkung und Engagement; Förderung einer gemeinwohlorientierten Digitalisierung; Förderung suffizienter Lebensstile und einer umweltfreundlichen Ernährung
  • Bezug zur Schweiz
  • Überregionale Bedeutung der Vorhaben
  • Qualität der Projekte
  • Wirkungspotenzial und Wissenstransfer
  • Eigenleistungen

Bewerbung um eine Förderung

Projektideen können in Form einer Projektskizze über das Online-Gesuchsportal der Stiftung Mercator Schweiz eingereicht werden. Wir prüfen die eingereichten Projekte laufend und teilen Ihnen innerhalb von vier Wochen mit, ob wir Ihr Gesuch weiterverfolgen. Wenn die Prüfung positiv ausfällt, werden wir Sie im Fall einer Anfrage über CHF 30'000 einladen, noch einen ausführlichen Projektantrag auszufüllen. Liegt Ihre Förderanfrage unter CHF 30'000, ist Ihre im Gesuchsportal hinterlegte Projektskizze Grundlage für den Entscheid.

Bewerbungen um eine Förderung von Projekten sind laufend möglich.

2) Ideen-Labor: Entwicklung von Projekten in Workshops

Haben Sie durch die Coronakrise ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem erkannt, wissen aber noch nicht, wie die passende Lösung aussieht? Haben Sie eine Projektidee, aber noch keine Vorstellung davon, wie Sie diese zielorientiert angehen und umsetzen könnten? Im Ideen-Labor der Stiftung Mercator Schweiz können Sie Ihre Projektideen weiterentwickeln und zu Prototypen ausarbeiten. Für die Umsetzung können sie sich schliesslich bei der Stiftung Mercator Schweiz um eine finanzielle Förderung bewerben.

Am Ideen-Labor können kleine Teams bestehend aus 2 bis 4 Personen aus NGOs, Verbänden, Start-ups, Gemeinden, Schulen und weiteren Organisationen/Institutionen teilnehmen, die gemeinnützige Ideen umsetzen wollen. Gesucht sind vielversprechende Ideen, die dabei helfen, aufgrund der Erfahrungen aus der Coronakrise positive Entwicklungen für Gesellschaft und Umwelt anzustossen. Das Ideen-Labor besteht aus drei aufeinander aufbauenden Teilen:

  • Workshop 1 findet am 18. September 2020 statt.
  • Workshop 2 folgt am 1. und 2. Oktober 2020.
  • Ein Webinar bereitet am 7. September 2020 auf die Workshops vor.

Bewerbungen für das Ideen-Labor sind bis zum 16. August 2020 möglich.

Ausführliche Informationen zum Ideen-Labor und zur Bewerbung

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Denise Nuñez-Matt /
Samantha Brawand
Administration
+41 44 206 55 80
info@stiftung-mercator.ch