2000 Quadratmeter Weltacker Schweiz

Rein rechnerisch stehen jedem Menschen auf der Erde 2000 Quadratmeter Ackerland zur Verfügung. Darauf müssen all seine Nahrungs- und Genussmittel ebenso wie Rohstoffe für Kleidung angebaut werden. Was das bedeutet, zeigen das Urban Agriculture Netz Basel und die Nuglar Gärten mit dem Projekt „2000 m2 Weltacker Schweiz“.

Stellen Sie sich die Erde als Apfel vor. Wenn Sie diesen Apfel in vier Teile schneiden, dann sind drei Teile davon Wasser, der vierte ist die Landfläche. Halbieren Sie dieses Viertel, entsteht einerseits ein Achtel Wüste, hohe Gebirgszüge und Eis, andererseits ein Achtel weiteres Land. Wenn Sie dieses Land nochmals in vier Teile schneiden, erhalten Sie Feuchtland, verbautes Land und Felsen. Vom vierten Teil, das ist 1/32 des Apfels, nehmen Sie nur die Schale. Jetzt halten Sie den Teil der Erde zwischen den Fingern, der die ganze Welt ernährt. Dazu gehören 1,4 Milliarden Hektar Ackerland für über sieben Milliarden Menschen. Pro Person ergibt das am Ende überschaubare 2000 m2 Acker, auf dem nur all unser Essen, sondern auch Rohstoffe für unsere Kleidung sowie Genussmittel wie Tabak müssen darauf angebaut werden.

Massstabsgetreue Darstellung

Das Urban Agriculture Netz Basel und die Nuglar Gärten zeigen mit dem Projekt „2000 m2 Weltacker Schweiz“ massstabsgetreu, wie viele Hektar Ackerfläche der Erde mit welchen Pflanzen bestellt werden. So sind auf dem Weltacker in Nuglar (SO) die flächenmässig wichtigsten 50 Ackerkulturen für Besucherinnen und Besucher erlebbar. Auf der Hälfte des Weltackers wachsen nur vier Pflanzenarten: Weizen, Mais, Reis und Sojabohnen. Obst und Gemüse wachsen auf weniger als fünf Prozent des Ackers. Der Weltacker vermittelt ausserdem komplexe Zusammenhänge der globalen Landwirtschaftssituation. Die Basis dafür bildet der Weltagrarbericht von 2008. Als Teil einer internationalen Initiative ist das Projekt 2000 m2 Weltacker mit ähnlichen Projekten weltweit vernetzt.

Auseinandersetzung mit Fragen der Landwirtschaft

Der Weltacker macht die globale Agrarsituation fassbar und zeigt auf, was die 2000 m2 mit jedem von uns zu tun haben: Vielleicht beackern wir die Fläche nicht selbst, aber jeder Einkauf ist ein ökologischer und sozialer Auftrag an diejenigen, die dies für uns tun. Auf einem Rundgang über den Weltacker in Nuglar bieten verschiedene Posten die Möglichkeit, sich in Themen der Landwirtschaft zu vertiefen. Dank einem „Wurzelfenster“ lässt sich beispielsweise das Pflanzenleben unter der Erdoberfläche beobachten. An einem Tisch zum Thema „Graue Energie“ machen Gewichte den Energieaufwand verschiedener Lebensmittel erfahrbar. Ein Rätselspiel verbindet alle Posten des Weltackers miteinander. Wer mitdenkt, findet am Schluss das Lösungswort heraus. 

Mehr Informationen

Impressionen vom Weltacker im Video

Projektpartner

Das Urban Agriculture Netz Basel engagiert sich seit 2010 im Rahmen eines dynamischen Netzwerkes: Über 50 autonome selbstorganisierte bottom-up Projekte sind dabei bereits entstanden. Sie zeigen, dass eine „essbare Stadt“ – eine Ernährungssouveränität – keine Utopie ist, sondern vielmehr eine Vision. 

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
Projektmanagerin
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch