Feldexperimente zur Förderung von Suffizienz auf dem Hunzikerareal

Das Zürcher Hunzikerareal ist ein Experimentierraum für nachhaltige Wohn- und Lebensformen. Modernste Technik sorgt dafür, dass Ressourcen geschont werden. Jetzt wollen Forschende und Studierende herausfinden, wie man im Quartier ein nachhaltiges Verhalten fördern kann.

Wie können Verhaltensänderungen hin zu mehr Suffizienz gefördert werden? Ein Forschungsteam der ETH Zürich macht sich auf dem Hunzikerareal in Zürich Leutschenbach auf die Suche nach Antworten. Im Zentrum der Untersuchungen steht das Thema Ernährung: Die Ernährung ist für ein Drittel des konsumbedingten CO2-Ausstosses verantwortlich. Technische Massnahmen allein reichen kaum aus, um den Ressourcenverbrauch zu senken. Verhaltensänderungen sind nötig. Doch welche Anreize braucht es, damit sich Menschen nachhaltig ernähren? Wie kann man auch Leute ermutigen, die sich wenig für Umweltthemen interessieren? Zusammen mit Studierenden und interessierten Bewohnern entwickelt ein Forschungsteam der ETH Zürich konkrete Massnahmen und testet diese vor Ort in Feldexperimenten.  

Empfehlungen zur Förderung von Suffizienz

Damit wird das Quartier im Zürcher Norden zum „Reallabor für Suffizienz“: 1300 Menschen unterschiedlichster Hintergründe leben dort. Personen, die stark für Umweltfragen sensibilisiert sind, treffen auf solche, die sich kaum oder gar nicht mit dem Thema beschäftigen. Die Projektleitung erhofft sich von den Experimenten Empfehlungen, wie suffiziente Lebensweisen erfolgreich angestossen, unterstützt und für breite Kreise attraktiv gemacht werden können. Da es bisher kaum wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gibt, geht es in den Feldexperimenten ums Ausprobieren, ums Beobachten – und darum, durch wissenschaftliche Begleituntersuchungen herauszufinden, was wirkt. Von den Ergebnissen sollen auch andere Wohngenossenschaften profitieren.

Experimentierraum im Zürcher Norden

Das Hunzikerareal versteht sich als Experimentierraum für neue Wohn- und Lebensformen. Die Nachhaltigkeit steht dabei im Zentrum, das gemeinschaftliche Zusammenleben, die Mitwirkung der Bewohnerinnen und Bewohner in der Quartierentwicklung. Nachdem die Stadt Zürich und die Zürcher Wohnbaugenossenschaften im Jahr 2007 gemeinsam 100 Jahre städtische Wohnbaupolitik feierten, entstand die Idee, die gemeinsamen Erkenntnisse der Branche in ein grosses, wegweisendes Wohnprojekt einfliessen zu lassen. Das führte zur Gründung der Baugenossenschaft „mehr als wohnen“. Geplant und realisiert wurde ein erstes Leuchtturmprojekt einer ganzheitlich verstandenen Nachhaltigkeit: das Hunzikerareal auf einer vier Hektar grossen Industriebrache in Zürich Leutschenbach.

Kontakt

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Projektmanagerin
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