Gene Drive: Bericht und Symposium

Angesichts der neuen Technologie Gene Drive stellen sich neben ökologischen auch grundlegende soziale und ethische Fragen. Diesen geht ein Symposium mit Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung nach. Den Diskussionen liegt ein im Vorfeld verfasster wissenschaftlicher Bericht zugrunde.

Technologische Entwicklungen schreiten mit grosser Geschwindigkeit voran. Die Diskussion über Chancen und Risiken neuer technologischer Anwendungen findet oft nur in einem kleinen Kreis von Spezialisten statt, die häufig selbst (finanzielle) Interessen an der Technologie haben. Gerade bei technologischen Anwendungen, die möglicherweise unwiderruflich sind, die ganze Gesellschaft betreffen und deren Auswirkungen man nicht abschliessend vorhersehen kann, ist es wichtig, dass diese Diskussion öffentlich, interdisziplinär und mit allen relevanten Stakeholdern geführt wird. Die Critical Scientists Switzerland, die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und das Europäische Wissenschaftlernetzwerk ENSSER organisieren deshalb ein öffentliches und interdisziplinäres Symposium zum Thema „Gene Drive“.

Beeinflussung der Vererbung

Mit so genannten „Gene Drives“ soll es Forschern gelingen, die Regeln der Vererbung zu umgehen und bestimmte Gene an alle Nachkommen der nächsten Generation weiterzugeben. Gewisse erwünschte Eigenschaften sollen sich schnell in gesamten Populationen oder sogar ganzen Arten ausbreiten. Forschungsprojekte sind vielfältig und zielen auf die Ausrottung oder Veränderung von Krankheitsüberträgern, aber auch von invasiven Arten, landwirtschaftlichen Schädlingen oder Unkräutern auf Äckern. Was aber passiert, wenn Populationen oder Arten mittels „Gene Drive“ ausgelöscht werden? Es stellen sich angesichts der Technologie ökologische und auch sehr grundlegende soziale sowie ethische Fragen.

Bericht internationaler Experten als Grundlage

Dem Symposium liegt ein im Vorfeld erstellter Bericht zugrunde. Dieser wird von international anerkannten Experten verfasst und am Symposium erstmals vorgestellt. Neben den internationalen Autoren sollen am Symposium auch politische Entscheidungsträger und Behörden aus der Schweiz und der EU sowie Befürworter der Technologie zu Wort kommen. Das Symposium soll auf die internationale Relevanz des Themas aufmerksam machen und einen Diskurs etablieren, damit sich Gesellschaft, Wissenschaft und Politik den Fragen und Schwierigkeiten der neuen Technologie stellen. 

Projektpartner

Die Organisation „Critical Scientists Switzerland“ (CSS) setzt sich für unabhängige Wissenschaft und Forschung ein, die dem öffentlichen Interesse dient, langfristige ökologische und soziale Nachhaltigkeit stärkt und die Biodiversität und die menschliche Gesundheit vor den negativen Folgen neuer Technologien und daraus resultierender Produkte schützt. 

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
Projektmanagerin
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch