Kohlenstoffspeicherung und Ressourceneffizienz für eine nachhaltige Landwirtschaft

Ein Forschungsprojekt vergleicht unterschiedliche Ackerbausysteme, um herauszufinden, wie man die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten kann.

Wie kann man Nährstoffe effizienter nutzen, um bessere Erträge zu erreichen? Gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel mit Kompost mehr Kohlenstoff im Boden zu speichern und damit den Klimawandel zu verlangsamen? Wie wirken sich organische Dünger wie Kompost oder festes Gärgut auf das Bodenleben und die Bodenbiodiversität aus? Agroscope untersucht diese Fragen in Zusammenarbeit mit einem Betriebsnetz von rund 60 Landwirten aus der Deutschschweiz. Unterschiedliche Ackerbausysteme werden verglichen, um herauszufinden, wie man Ackerbausysteme nachhaltiger gestalten kann. In einem Gewächshausexperiment wird unter kontrollierten Bedingungen untersucht, wie Kompostanwendung die Nährstoffkreisläufe des Bodens (inkl. Nährstoffverluste durch Auswaschung und Emissionen) beeinflusst.

Fragestellungen rund um Kompostanwendung

Das Projekt wird durchgeführt in der Pflanzen-Boden-Interaktion Forschungsgruppe des Forschung Bereiches Agrarökologie und Umwelt. Mehrere Kooperationspartner (Mitarbeiter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau und Fachpersonen aus der Kompostbranche)  unterstützen das Vorhaben. Konkret wird im Rahmen des Projekts untersucht, ob

  • die Anwendung von Komposten in der landwirtschaftlichen Praxis die Speicherung von Kohlenstoff im Boden, die Bodenbiodiversität und die Ressourceneffizienz auf landwirtschaftlichen Betrieben erhöht.
  • die Anwendung von Komposten Stickstoffverluste (Nitratauswaschung und Lachgasemissionen) verringert.
  • die Kompostierung von Grüngut eine effizientere Kohlenstoffgesamtbilanz und positivere Effekte auf die biologische und chemische Bodenqualität aufweist als in der Biogasherstellung produziertes festes Gärgut oder gängige Hofdünger. 

Verbreitung der Erkenntnisse

Auf Basis der Ergebnisse werden Massnahmen empfohlen, um Betroffene und Entscheidungsträger – Schweizer Landwirte, Berater, Wissenschaftler, Politik, Ernährungswirtschaft – für ein nachhaltigkeitsorientiertes Handeln zu befähigen. Mittels Publikationen, Internet und Präsentationen werden die Ergebnisse verbreitet, um den nationalen und internationalen Diskurs zu nachhaltiger Landwirtschaft zu unterstützen. In einem partizipativen Prozess mit Bauern und Entscheidungsträgern entsteht ein Merkblatt über die Kompostanwendung. Weiter wird ein Policy Paper (inklusive Massnahmenkatalog) für Entscheidungsträger zusammengestellt, in dem die Vor- und Nachteile der Kompostanwendung besprochen und Handlungsfelder identifiziert werden.

Projektpartner

Agroscope ist das Kompetenzzentrum der Schweiz für die landwirtschaftliche Forschung und ist dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) angegliedert. Es leistet einen bedeutenden Beitrag für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft sowie eine intakte Umwelt. Die Forschung erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Land- und Ernährungswirtschaft. 

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
Projektmanagerin
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch