Macht Corona die Bevölkerung nachhaltiger?

Homeoffice, Fernunterricht, geschlossene Geschäfte: Corona hat unseren Alltag verändert. Die Hochschule Luzern untersucht in einer Studie, ob die Krise einen nachhaltigeren Konsum fördert.

Durch die Coronakrise wird unser Leben wesentlich eingeschränkt. Gleichzeitig mehren sich die Stimmen, dass die Krise ein Katalysator für einen notwendigen Trend zu mehr Nachhaltigkeit sein kann: Weniger Geschäftsreisen und der Einkauf auf dem lokalen Markt statt im Discounter können die ökologische Nachhaltigkeit fördern. Ein breiteres gesellschaftliches Engagement kann sich positiv auf die soziale Nachhaltigkeit auswirken. In einer Studie untersucht die Hochschule Luzern, wie sich das Konsum- und Freizeitverhalten der Schweizer Bevölkerung durch die Coronakrise verändert hat – und was dies für die Zukunft bedeuten kann.

Zwölf zentrale Erkenntnisse

Die umfassende Erhebung des Konsumentenverhaltens zeigt, wie weitreichend die Veränderungen in allen Bereichen des Alltags der Schweizer Bevölkerung während der Coronakrise sind. Sowohl im Einkaufsverhalten, in der Freizeitgestaltung, im Umgang mit unseren Mitmenschen oder auch in der Erwerbstätigkeit zeigen sich teilweise grosse Verschiebungen zum Verhalten vor COVID-19. Dies wird gut ersichtlich in den 12 zentralen Erkenntnissen der Studie:

  1. Die Corona-Regeln bestimmen den Alltag. Über 90% halten Abstand zu Anderen. Freunde werden kaum getroffen.
  2. Über 80% der Befragten kümmern sich aktiv um ihre Gesundheit, mit einem zunehmenden Trend seit dem Beginn der Corona-Krise.
  3. Generell hat die Sorge um die Mitmenschen deutlich zugenommen. Ältere Menschen und die eigene Familie gefolgt von Angestellten in Spitälern sind dabei die Gruppen, denen die grösste Sorge gilt.
  4. Bei der Nutzung einer Tracking-App sind die Meinungen sehr geteilt. Es gibt sowohl ein grosses Lager an Personen mit klarer Zustimmung, als auch viele, welche eine solche Nutzung klar ablehnen.
  5. Fast die Hälfte aller Reisepläne der Schweizer Bevölkerung sind bereits angepasst oder storniert worden.
  6. Beim Einkaufsverhalten ist eine weitere Fokussierung auf regionale und Schweizerische Produkte zu beobachten.
  7. Deutlich häufiger als vor der Corona-Krise kochen und backen die Befragten selbst.
  8. Es wird wesentlich mehr zu Hause gearbeitet und über Video-Konferenzen ausgetauscht.
  9. Gleichzeitig besteht Sorge um die eigene Gesundheit am Arbeitsplatz sowie die Sicherheit des Arbeitsplatzes generell.
  10. Die Bekanntheit der zahlreichen COVID-19-Initiativen ist relativ hoch. Genutzt werden v.a. solche, bei denen man weiterhin eine Dienstleistung beziehen kann (z.B. Online-Kauf).
  11. In der Zukunft werden regionales Einkaufsverhalten, die eigene Gesundheit und Work-life-Balance eine grössere Rolle spielen.
  12. In geringem Umfang weniger wichtig werden verständlicherweise Videokonferenzen und Homeoffice. Und: Sehr viele Menschen freuen sich auf Ausflüge.

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Der vollständige Studienbericht: Macht Corona die Bevölkerung nachhaltiger?

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