ServiceGrass: Biologische Landwirtschaft und Multifunktionalität von Grasland

Kann eine biologische Bewirtschaftung von Grasland die verschiedenen Leistungen, die unsere Gesellschaft von diesem Ökosystem erhält, positiv beeinflussen? Das Projekt ServiceGrass geht dieser Frage im Schweizer Grasland nach.

Ökosystemleistungen umfassen alle Services, Güter und Leistungen, die die Gesellschaft von intakten Ökosystemen erhält. Dazu gehören Marktgüter sowie viele nichtmonetäre, «öffentliche» Leistungen wie Kohlenstoffspeicherung, Gewässerschutz, Erholungswert und Lebensraumfunktion. Der biologische Landbau könnte dazu beitragen, dass Grasland eine grössere Bandbreite solcher Leistungen bereitstellt als unter konventioneller Bewirtschaftung. So würde Schweizer Grasland eine höhere Multifunktionalität erhalten und eine Vielzahl unterschiedlichster Ökosystemleistungen den Menschen gleichzeitig zur Verfügung stellen können. Ob dem wirklich so ist, untersucht ein Kooperationsprojekt von ETH Zürich und Agroscope.

Intensive Untersuchung von Schweizer Grasland

Da Grasland den grössten Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche und auch den grössten Teil der biologisch bewirtschafteten Fläche der Schweiz ausmacht, haben Veränderungen in der Bewirtschaftung von Grasland weitreichende Folgen für die Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Als Grundlage für ihre Studie müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst zahlreiche Ökosystemleistungen in biologischem und konventionellem Grasland erfassen und auswerten. Danach kann die Multifunktionalität der Flächen auf Basis der einzelnen Ökosystemleistungen berechnet und mit der Bewirtschaftung des Graslands in Beziehung gesetzt werden. Da Grasland sehr unterschiedlich genutzt wird – von ungedüngten extensiven Flächen bis hin zum Intensivgrasland – werden die im Projekt untersuchten Ökosystemleistungen auf Flächen unterschiedlicher Nutzungsintensität erhoben und verglichen.

Umfassende Auswertung und Kommunikation der Ergebnisse

Nach dem Erheben der Ökosystemleistungen werden die Ergebnisse von Parzellenebene zu einem Portfolio von Ökosystemleistungen ganzer Betriebe hochgerechnet und einer ökonomischen Betrachtung unterzogen. Alle Ergebnisse dieses Projekts werden, sobald sie vorliegen, durch umfangreiche Kommunikationsaktivitäten an verschiedene Interessengruppen wie Bauern und Bäuerinnen, politische Entscheidungstragende, Expertennetzwerke und die interessierte Öffentlichkeit vermittelt. Auf diese Weise möchte das Projekt ServiceGrass zu einer nachhaltigen Entwicklung der Graslandwirtschaft in der Schweiz beigetragen.

Projektpartner

Die ETH Zürich ist eine der weltweit führenden technisch-naturwissenschaftlichen Hochschulen. 1855 gegründet, bietet sie Forschenden heute ein inspirierendes Umfeld und ihren Studierenden eine umfassende Ausbildung. Die Gruppe Grasslandwissenschaften am Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich untersucht unter anderem, wie sich die Bewirtschaftung von Ökosystemen wie Wiesen und Äcker auf die Umwelt auswirkt, und wie diese Flächen in der Zukunft nachhaltig genutzt werden können.

Agroscope ist das Kompetenzzentrum der Schweiz für die landwirtschaftliche Forschung und ist dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) angegliedert. Es leistet einen bedeutenden Beitrag für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft sowie eine intakte Umwelt. Die Forschung erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Land- und Ernährungswirtschaft.

Kontakt

Stiftung Mercator Schweiz
Stephanie Huber
Projektmanagerin
+41 44 206 55 81
s.huber@stiftung-mercator.ch